Anreise


Familienurlaub. Das ist das Ende allen Herumreisens, fremdbestimmt vom kurzen aber vehementen Nachwuchs. Am besten “all inklusive” mit Kinderbetreuung ab 3 Monate. Das wollen wir doch mal sehen. Unser Kleiner ist jetzt 4 Monate alt und wir starten am Samstag zu unserem ersten Urlaub zu Dritt. Was die Route angeht haben wir Zugeständnisse gemacht. Mitte September wäre es im Norden schon ein wenig kalt, daher geht es auf eine Frankreich- Rundtour. Atlantikküste für ein paar Tage Erholung am Meer, dann kurzes Schnuppern in den Pyrenäen mit Abstecher in den Bardenas Reales und über die Provence zurück nach Hause. Soweit die Planung.

Die Anfahrt an die Atlantikküste dauert 2 Tage. Am Samstag sind mehr als rd. 500km nicht zu machen. Dafür waren wir an diesem Tag auf mehr Rastplätzen als in unserer gesamten Autofahrerkarriere zuvor zusammen. Die Schilder mit “Aire de …” bekommen eine ganz andere Bedeutung, wenn auf der Rückbank jemand schreit wie am Spieß, nur um sich unmittelbar nach Ausstellen des Motors kaputt zu lachen. Das muss irgendwie besser gehen…

Der erste Tag endet in Crancey-le-Chateau-Neuvelle. Die Karte zeigt hier einen Camping Municipal – idR einfach und gut, insbesondere für eine Nacht. Wir kommen im Dunkeln an, zwischen Sportplatz und Felder liegt eine Wiese mit kleinem Häuschen in der Nacht. Unsere Scheinwerfer streifen den Zettel in der zerbrochenen Scheibe: “Camping fermé” Hier ist die Saison wohl schon zu Ende.

Zum Glück sind Toiletten und Waschbecken außen an der Rückwand angebracht, sodass wir einfach unser Lager neben dem Waschhaus aufschlagen. Eine Nacht und ohne, dass wir den Rollrasen ausbreiten sollte niemanden stören. Mit dem entfernten Konzert der Hunde des Örtchens schlafen wir ein.

840km noch. Irgendwas müssen wir ändern, sonst geht der Urlaub für An- und Abfahrt drauf. Die Lösung scheint zu sein, dass Christiane sich hinten zu Henrik setzt und für “Brot und Spiele” während der Fahrt sorgt. Das macht Pausen in 2-3 Stunden Abständen realistisch und wir machen auf den leeren Autobahnen endlich ernsthaft Strecke. Ankunkft an der Küste im Dunkeln. Der Platz in Meeresnähe ist einer dieser Ferienparks mit angeschlossenem Campingplatz. Mit gleißendem Flutlicht beleuchtet suchen wir schon auf dem Parkplatz nach einer Alternative. Ein Kreuz auf der Karte, leicht abseits einer kleinen Verbindungsstraße, macht Hoffnung. “Camping le Tuc” verbirgt sich hinter einer sandigen, stark improvisierten Zufahrt und einem heruntergekommenen Hof samt Autowrack und Uralt-Traktor. Der Platz liegt in einem Bachtal in gänzlich ungewöhnlicher Vegetation. Statt Pinien auf Sand stehen hier Farne unter Weiden und morgens steigt Nebel aus den Wiesen. Idealer Platz für die ersten beiden Tage!


s_120909

This entry was posted in 2012 - Frankreich/Spanien. Bookmark the permalink.

One Response to Anreise

  1. Anne + Felix says:

    Schön, von Euch zu lesen. Eine Familienreise im “Dicken” ist halt etwas Besonderes.
    Wir wüssten gerne, wo Ihr seid; kannst Du eine Karte einstellen ? Wenn nicht, dann nenne wenigstens ab und zu einen Ort und die Gegend, in der Ihr Euch befindet.
    Wir wünschen Euch weiterhin eine sichere Fahrt und einen etwas weniger unruhigen Henrik und freuen uns schon auf den nächsten Bericht.
    Küsschen für den Kurzen und liebe Grüße
    Anne + Felix

Comments are closed.