Hiiumaa

Auf dem Weg nach Hiiumaa kommen wir durch Haapsalu und füllen erst einmal Vorräte auf. Es gibt an den Rändern der größeren Orte recht zuverlässig kleine Malls mit Supermärkten – sehr praktisch auch in Sachen Parkplatz mit dem Anhänger.

Von Rohuküla aus geht es in gut einer Stunde auf die Insel Hiiumaa. Die Namen verwirren? Bei uns blieb das den ganzen Urlaub über so… Die Fähre ist an sich nichts Besonderes; aus Deutschland kommend wundern wir uns wahrscheinlich als einzige darüber, dass die ganze Fahrt über kostenloses, schnelles WLAN angeboten wird. Auf dem Schiff! Die Insel meint es leider in Sachen Wetter nicht wirklich gut mit uns, es nieselt beständig. Wir finden einen tollen Campingplatz an der Nordküste und genießen einmal mehr die baltische Version von “voll” – sind jetzt in der Hochsaison nur noch knapp 200m zum Nachbarn…

Passend zum Wetter gibt es auf dem Platz eine Fasssauna, so wird der kühle Abend schon angenehmer. Gemütlichen wärmen wir uns ganz allein in der feuerbeheizten Sauna auf und gehen ordentlich durchgewärmt schlafen. Die Sonnenzeiten am nächsten Tag verbringen wir mit Disc Golf. Das scheint in Estland eine Art moderner Nationalsport zu sein. Nicht nur verfügt der Platz über volle 18 Loch, im ganzen Land stehen die markanten Körbe herum und werden fleißig bespielt.

Nach zwei Nächsten auf einem “echten” Campingplatz machen wir uns wieder auf den Weg, besichtigen den Leuchtturm im Westen der Insel und landen am Abend wieder auf einem RMK Platz. Diesmal mit Picknickhütte, toller Kochstelle und natürlich Holz. Über den Nachmittag füllt sich der Platz mit Einheimischen, die allesamt – von der Familie bis zur Jugendgruppe – mit Bodenzelten unterwegs sind. Trotz der bunten Mischung an weiteren Übernachtungsgästen bleibt es sehr angenehm ruhig nachts.

Die Insel an sich ist ohne Frage schön, aber in Summe unterscheidet sie sich nach unserer Beobachtung nicht so sehr vom Festland, dass wir sie als “must see” kennzeichnen würden. Nach 3 Nächten geht es zurück auf’s Festland.

Vor unserem nächsten Sprung an die Nordküste steht aber doch noch der Besuch von 2 Stellen an, die uns auf der Hinfahrt schon aufgefallen waren. Kurz vor dem Fähranlager auf dem Festland steht eine markante Ruine und in Haapsalu stehen alte Dampf- und Dieselloks neben der Straße.

Die Geschichte der Ruine, so lernen wir, ist auf tragische Art romantisch. Die Langfassung auf dem Info-Schild gibt es auch hier online zu lesen. Die Kurzfassung ist, dass dieses letzte und prächtigste Haus des einstigen Lindenhofs zwar einst einmal fertiggestellt wurde, aber nie jemand dort wohnen sollte. Weder die Angebetete des Bauherrn und Besitzers erlebte Ihren Einzug ins neue Heim, noch der Bauherr selbst. Das prächtige Bauwerk verfiel ungenutzt ab dem Zeitpunkt seiner Fertigstellung und allein der Leichnam des Erbauers verbrachte seine letze Nacht dort.

Die Lokomotiven in Haapsalu dagegen sind eine Sehenwürdigkeit nach Kindergeschmack. Hier stehen mehrere sowjetische Dampfloks der letzen Generation aus den 1950er Jahren, dazu einige alte Dieselloks und eine deutsche Dampflok aus Kriegszeiten. Die Stahlkolosse gehören zu einem kleinen Museum, das in dem alten Bahnhosgebäude untergebracht ist.

An diesem Tag geht es noch weiter in den Lahemaa Nationalpark an der Nordküste Estlands, quasi gegenüber von Helsinki.

Map of the route “Hiiumaa”: 224,263 m, 412 m of climbing and 435 m of descent, elevation between -26 m and 47 m, time 08:50:40. It starts at 58.45573, 24.99577 and ends at 59.03214, 22.57643 (latitude, longitude).

Download file: s_20170711.gpx

Map of the route “Hiiumaa”: 50,744 m, 269 m of climbing and 264 m of descent, elevation between -16 m and 48 m, time 02:25:09. It starts at 59.03111, 22.57928 and ends at 58.90782, 22.13298 (latitude, longitude).

Download file: s_20170713.gpx

Map of the route “Hiiumaa”: 282,271 m, 793 m of climbing and 787 m of descent, elevation between -76 m and 59 m, time 10:36:15. It starts at 58.90775, 22.13309 and ends at 59.57557, 25.93634 (latitude, longitude).

Download file: s_20170714.gpx

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