Gestern Abend haben wir uns endgültig von unseren beiden Mitreisenden verabschiedet. Wir würden gerne noch einmal ins Hochland, die beiden haben dagegen noch Pläne im Süden und einen Tag weniger Zeit als wir.
Zum ersten Mal seit einigen Tagen klingelt bei uns morgens der Wecker. Wir haben uns eine längere Strecke für heute vorgenommen und wollen lieber zwischendurch Zeit haben als lange zu schlafen. Also 07:30 aufstehen, dann kurzes Frühstück am Wrack und anschließend auf die Ringstraße & 30 bis nach Fludir. Danach gibt es endlich wieder Schotter unter die Räder und wir beschließen, statt der 35 auf dem kleinen nicht-benummerten Track östlich des Gullfoss bis nach Kerlingarfjöll zu kommen. Das hat den Vorteil, dass wir noch einen Abstecher zum Gullfoss machen können – entgegen den Touristenmassen von der Ostseite statt der gut ausgebauten Westseite.
Trotz dieses recht exklusiven Platzes begeistert uns der Foss auch diesmal nicht wirklich. Ja, er ist groß und die Wassermassen sind enorm. Aber das Wasser ist graubraun und die Fallhöhe nicht gerade gewaltig. So recht verstehen wir nicht, warum jeder ausgerechnet diesen Wasserfall sehen muss.
Zurück am Parkplatz versuchen wir, von einer 3-Wagen-Gruppe Deutscher und Österreicher Informationen zum Track gen Norden zu bekommen. Alle drei Autos sind Pinzgauer und einmal mehr bestätigt sich unser Vorurteil zu Markentreuen Reisegruppen. Statt klarer Aussagen auf unsere Fragen bekommen wir ein “wenn die Steckachsen halten” und auf unseren Hinweis, dass auf deren geplanter Route Schneefelder lauern ein “unsere fahren sich nie fest”. Ein Hoch auf die Engstirnigkeit; zum Glück sind die wenigsten Reisenden so eindimensional. Die isländischen Reiter 2km weiter sind jedenfalls deutlich netter und versichern uns, der Track sei kein Problem (“there’s no water”). “Have a nice trip” zum Abschied und wir sind wieder auf dem Weg.
Tatsächlich ist der Weg fahrerisch kein Problem, wartet aber mit tollen Ausblicken auf den Langjökull im Westen und die Berge von Kerligarfjöll im Norden auf. Letztere sind unser Ziel für heute und es macht Spaß, sich einen halben Tag lang auf dieses zuzubewegen.
Der Platz selbst ist ein wenig ernüchternd. Die Isländer versuchen hier wohl, ein zweites Landmannalaugar entstehen zu lassen. Viele Hütten wirken recht neu und zu allem Überfluß steht auch noch ein Überlandbus auf dem Parkplatz. Wenn dies einmal ein ruhiges Fleckchen abseits der Hauptwege war, so dürften dessen Tage gezählt sein. Die letzten Kilometer der eigentlichen Piste hierher (F347) bestätigen diesen Eindruck, denn diese F ist schon fast eine Strasse.
Wir lassen uns die Laune nicht verderben und planen für morgen einen Ausflug zu Fuß. Endlich mal ein Geothermalgebiet sehen, sonst verpassen wir das noch in diesem Urlaub.
110809



Super! Heute früh im Büro angekommen und gleich 2 Reiseberichte 🙂 – so kann der Tag beginnen.
Ich hoffe mal, dass Wetter auch noch für eure letzten Tage so schön bleibt. Bei mir gehts dann in 2 Tagen auch endlich los 🙂 .