Nun aber. Nachdem wir gestern schon keine Lust mehr auf Fahren hatten, geht es heute gen Grenze. Die Küstenstraße ist gut ausgebaut und der Grenzposten deutlich erkennbar. 3 überaus fröhliche Grenzer begrüßen uns zur Ausreise aus Griechenland. Wohin wir wollten? Und dann über Montenegro und Kroatien nach Hause? Genau. Viel Spaß und ach, ist der Kleine süß, der da hinten pennt.
Albanien ist leicht anders. Freundlich und zurückhaltend nimmt der Grenzer unsere Ausweise und Fahrzeugpapiere entgegen. Alles wird abgetippt: Namen, Adressen, Ausweisnumern, Zulassungsnummer, Nummernschild. Das Ganze dauert rd. 10 Minuten – Gute Reise und auf Wiedersehen.
Albanien begrüßt uns mit sonnigem Wetter und ordentlicher Teerstraße. Unser erstes Ziel ist Sarande, um endlich ein wenig albanische Lek in die Tasche zu bekommen. Die Fahrt vergeht schneller als erwartet, einzig die immer wieder auftretenden Hindernisse erfordern ein aufmerksames Fahren. Mal fehlen ein paar cm Höhe zum Brückenübergang, versperrt ein Erdrutsch die eigene Fahrtrichtung oder ist die Straße notdürftig mit grobem Schotter geflickt, ein ander Mal fahren wir auf abenteuerlich gepackte Mercedes, Eselkarren oder Baumaschinen auf. Apropos Mercedes: wenn ein Mercedes nicht mehr auf den Straßen der Welt willkommen ist, dann scheint er sich sein Gnadenbrot in Albanien zu verdienen. Gefühlt besteht der Straßenverkehr ausschließlich aus Wagen mit Stern, und zwar in bunter Baujahr-Mischung von den 60ern bis heute.
Sarande ist eine stark die Hügel hinaufwachsende Kleinstadt am Wasser. Direkt am Meer mit einer Promende versehen, werden die Bauten bergan zweckmäßiger und es herrscht ein munteres Durcheinander aus Bauruinen, Neubauten und eher baufälligen Häusern mit deutlichen Alterserscheinungen. Wir parken mitten im Getümmel und machen uns auf die Suche nach einer Bank. Kurz gerechnet: 140 LEK sind 1 EUR und schon haben eine ansehnliche fünfstellige Summe albanischen Geldes in der Tasche. Wir stärken uns auf dem Rückweg zum Auto mit einem Pitabrot mit Fleisch & Gemüse. Zusammen mit einer Cola macht das rd. 6 EUR – für alle 3 von uns zusammen. Im übrigen war das Pitabrot die feige Wahl. Die Schafsköpfe vom Spieß sind beim nächsten Mal dran…
Raus aus der Stadt uns ab an den Strand. Wir finden den auf dem Satellitenbild ausgemachten Strand auf Anhieb. Auf den ersten Kilometern folgen wir einer komplett asphaltierten, einspurigen Straße samt Bürgersteig und zweiflammigen Straßenlaternen. Diese Straße führt – ins Nirgendwo. An einer zweigeschossigen Bauruine endet die Luxusausstattung und es bleibt ein grober Steinweg. Eine gute halbe Stunde später stehen wir an am Strand. Fast nichts los hier (6 weitere Personen) und gut befahrbar. Wir bauen unser Lager auf einer kleinen Anhöhe am Strand und freuen uns schon auf 2 entspannte Nächte am Meer.


