Für unseren ersten Ausflug zu viert haben wir uns Frankreich ausgesucht. Und – ganz untypisch – mindestens 1 Woche stationären Urlaub vorgesehen.
Die Anfahrt zur Atlantikküste führt uns einmal quer durch Frankreich: Mulhouse – Chalon -sur-Saone – Clermont-Ferrand – Bordeaux. Am ersten Tag schaffen wir gut 800km und übernachten auf einem freien Platz im “Nirgendwo”, nämlich St.-Marcel-en-Murat. Ruhig, trotzdem nahe der Autobahn und eine vernünftige Distanz von unserem Ausgangspunkt am Morgen entfernt.
Nach dem langen Sprung am ersten Tag kommen wir schon am kommenden Nachmittag am Atlantik an. Den Camping Municipal du Cap de l’Homy kennen wir noch von unserer Tour 2012. Diesmal haben wir im Voraus einen schönen Platz gebucht und werden hier Strandurlaub machen – so der Plan. Auf den ersten Blick geht schon einmal die Wette mit den französischen Ferien auf: der Platz ist max. zu 1/3 gefüllt, den Kennzeichen nach nutzen vor allen Belgier, Holländer und Deutsche die Vorsaison, bevor hier der Wahnsinn ausbricht.
“Papa, wann fahren wir endlich wieder mit unserem großen Auto?”
Unser Großer stellt sich offensichtlich die gleiche Frage, die wir uns nach 5 Nächten an einer Stelle auch schon gestellt haben. Der Platz ist zwar super, der Strand riesig und der Halbschatten unter den Nadelbäumen klasse zum Faulenzen, aber nach einer Weile wird uns einfach langweilig. Bei der Abstimmung “weiter oder bleiben” lautet das Ergebnis 3:0 bei einer Enthaltung – Hannes futterte lieber Kiefernnadeln.
Mit nur noch einer Woche Zeit widerstehen wir der Versuchung, weiter nach Süden zu fahren. Stattdessen hangeln wir uns über kurze Etappen durch das französische Hinterland Richtung nach Hause.
Lacapelle-Viescamp und der dazugehörige Campingplatz Camping Lac Auvergne sind unsere erste Station. Leider regnet es, der den Platz umgebende See wirkt so wenig einladend. Am Morgen der Abreise bekommen wir noch Besuch vom Platzwart. Ob er mal ins Auto schauen darf. Ihm gehört der Toyo am Eingang, aber mit Ausbau und Kindern unterwegs… Seine Frau weigert sich seit Jahren, für ihn wäre das der Traum. Falls wir mal wieder vorbeikommen, zeigt er uns gerne ein paar spannende 4×4 Strecken in der Auvergne. Die gibt es hier reichlich, wird uns versichert.
Bei Nieselregen machen wir einen Kurzbesuch in der Altstadt von Aurillac. Die alten Gebäude wirken durch den dunklen Stein der Gegend fast schon bedrohlich. Es ist Sonntag und es regnet – nach 2 Runden durch den Ort und einem Besuch im Café geht es weiter nach Saint-Flour.
Das Wetter hat sich gebessert und wir nehmen uns den Nachmittag und Abend für einen Bummel durch die Stadt. Praktisch: der Camping Municipal der Orgues liegt innenstadtnah hinter einer Häuserzeile. In der Stadt ist ordentlich was los. Trauben von Menschen ziehen durch die Straßen und wir lassen uns mit treiben. Der Grund für den Auflauf ist kurios aber sehr schön: der Ort hat deutlich mehr Kirchen als in der heutigen Zeit gebraucht werden und so sind diverse altehrwürdige Bauten leergeräumt und dienen als Veranstaltungsorte. Wir schauen in 3 Kirchen vorbei und genießen die Musik. Leider müssen danach die Kinder ins Bett, sonst wären wir länger geblieben.
Am nächsten Tag schauen wir auf dem Puy Mary vorbei. Als zweithöchster Berg im Zentralmissiv (1783m) haben wir einen schönen Blick über die Landschaft. Der Weg vom Parkplatz zum Gipfel ist kurz aber steil – unsere Kurzen genießen den Ausblick aus den Tragevorrichtungen, während wir ordentlich ins Schwitzen kommen. Es geht weiter, denn wir wollen ja langsam Richtung Heimat. Einen großen Sprung weiter finden wir uns am Nachmittag an der Loire wieder. Eines der kleinen Campingplatz-Kreuze lag so weit weg von Ortschaften und großen Straßen, da mussten wir vorbeischauen.
Der Camping d’arpheuilles liegt direkt an der Loire, die an dieser Stelle zu einem See aufgestaut ist. In der noch immer herrschenden Nebensaison teilen wir den Platz mit 4 weiteren Campern. Tipp: die Wildwiese mit direktem Blick auf’s Wasser lässt vergessen, dass man auf einem Platz steht. Wir haben sie für und alleine und genießen 3 Tage Faulenzen am Wasser und im Pool.
Die letzte Nacht auf dem Heimweg verbringen wir auf dem Aire Naturelle “Les Collieures” in den Vogesen. Auf einer großen Waldlichtung ohne jede Einteilung finden wir einen schönen einsamen Stellplatz. Der eigentlich geplante Wandertag am nächsten Morgen fällt aus, denn wir wachen von röhrendem Motorlärm auf. Die Bergkuppe des Platzes und die umgebenden Asphaltstraßen stehen heute einem Rennflitzer zur Verfügung, der hier Trainingseinheiten absolviert. Zuschauer gerne willkommen. Henrik ist völlig aus dem Häuschen und wir verbringen den Tag an der “Rennstrecke” und mit der kritischen Beobachtung der Mechaniker bei ihrem Arbeiten.
Am nächsten Tag geht’s nach Hause. Erster Urlaub mit 2 Kindern im 110er ist geschafft. Wie war’s? Anstrengend, aber schön. Wir freuen uns, wenn im kommenden Jahr auch Hannes läuft und gerüchteweise hört auch das Windelwechseln irgendwann auf. Ohne Gläschen und Windeln sehen wir sicher auch wieder etwas Land im Auto – dieses Jahr war es arg voll.















Klingt nach einem tollen Urlaub. Wir haben Frankreich erst vergangenes Jahr für uns entdeckt. In den Rhone Alpen lässt es sich fantastisch Allradlern. Eure Route wird mit Sicherheit Inspiration für unseren nächsten Trip. Nächstes Jahr wollen wir auch die Unterkünfte von France Passion ausprobieren.
Viele Grüße,
Steffi