Erkundung I


Den Abschluß des gestrigen Tages bin ich noch schuldig: Ankunft gegen 22:30, um 23:00 dann von der Fähre gefahren.

An der Rezeption des Schiffes hatte man uns eine gute Stunde Fahrzeit bis zu unserem Campingplatz angekündigt; zum Glück war das sehr großzügig geschätzt und nach 45min standen wir auf einen kleinen Asphaltplatz vor einem niedrigen, langen Holzhaus, das eine Jugendherberge darstellt. Der Ausblick geht über den kleinen Fjord hinaus auf die skurril geformten Felsbrocken, die sich an der gesamten Küste der Inseln finden. Bei schattigen Temperaturen kuscheln wir uns in die Schlafsäcke.

Frisch war’s heute Nacht. Nicht wirklich kalt, aber feucht und vielleicht 4°. Wie erwartet begrüßt uns die Morgensonne, der Himmel ist klar und blau. Auf dem Programm steht heute die Erkundung von Vagar, der westlichen Insel der Färöer.

Auf der Insel stehen für Kurzbesucher wie uns praktisch 2 Alternativen zur Auswahl. Gasadalur ganz im Westen ist eine 17 Einwohner Siedlung, die 2006 allen ernstes einen 1,6km langen Tunnel bekommen hat und damit erstmals ans Strassennetz angeschlossen wurde. Reizvoll an Gasadalur ist der Wasserfall, der sich vor dem Ort über die Steilklippe ins Meer ergießt. Die Szenerie wirkt damit ein bisschen wie im Computer zusammengeklickt, zu kitschig schön ist die Kombination. Gasadalur war unser Abendprogramm. Nach der Wanderung haben wir den Tunnel genutzt und noch einmal kurz bei dem kleinen Ort vorbeigeschaut. Für vernünftige Bilder war es leider schon ein bisschen spät; die Einkerbung des Wasserfalls in der Küstenlinie lässt wohl nur wenige Stunden Licht auf den Wasserfall fallen.

Aber zur Hauptbetätigung des Tages: Wanderung entlang des Fjatlavatn bis zur Küste. In Vatnsoyrar sind wir gen Norden abgebogen und dem recht schlechten Weg bis zu einem kleinen Parkplatz gefolgt. Von dort aus geht es nur noch zu Fuss (und für Einheimische offesitlich per Quad) weiter. Die ersten rd. 2km führen an der Flanke eines typischen Trogtals gen Nord-Westen. Hinter einer Kuppe kommt bald der See ins Blickfeld und der Weg verliert sich immer wieder in den feuchten Wiesen, die auf den See zuführen. Hier ist nichts ausser Vögeln.

Wir furten einen kleinen Bach und machen uns am nördlichen Ufer des Sees auf den Weg gen Westen. Irgendo am Ende müsste die Küste sein und wenn der See einen Ausfluss hat, dann könnte es auch einen Wasserfall geben. Nach rd. 3 Stunden Hinweg mit einer kleinen Picknick-Pause stehen wir dann rd. 100m oberhalb des Meeres und blicken auf die unbewohnte Seite der Insel. Raue Steilküste und die Reste einer verlassenen Siedlung, die offensichtlich keinen Tunnel bekommen hat, erstrecken sich gen Westen. Mitterweilel hat der starke Wind, der uns den gesamten Hinweg begleitet hat, nachgelassen und wir machen es uns in den Wiesen mit Blick auf’s Meer bequem.

Zurück auf unserem Platz haben sich noch einige andere Autos versammelt. Wir sind jetzt eine kleine Gruppe aus VW-Bus, Mercedes G, Toyota und Landy. Unsere Fährbekanntschaft aus dem Toyota hat uns schon heute morgen eröffnet, dass sie viel zu viele Wild-Bratwürste dabei haben. Ergo gibt es heute Abend Bratwurst vom Grill und einen schönen bunten Salat von uns dazu.

Was anderes: Mit den Tracks ist das auf den Färöern übrigens so eine Sache. Wer sich gefragt hat, warum “Abdeckung Europa 99,x%” auf den Navis steht, die fehlenen Prozenten haben wir jetzt entdeckt. Unser nüvi kennt noch nicht einmal die Hauptstrassen von hier, sondern einfach nichts, gar nichts! Deswegen bleibt das Ding aus und die Tracks müssen warten.

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One Response to Erkundung I

  1. Stefan says:

    Wenn ich jetzt schreibe, dass ich neidisch bin, dann nimmt mir das bestimmt niemand übel 😉 . Ich hoffe, dass ich in knapp drei Wochen auf den Färöern auch so ein Wetter habe, wie ihr jetzt. Allerdings kann ich auf das Geschaukel auf der Fähre gut verzichten 😉 .

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