Erkundung II


Genug Vagar. Wir haben die unmittelbaren Sehenswürdigkeiten angeschaut und so schön ist der Campingplatz nun auch wieder nicht.

Letzte Nacht – das ist ein deutlicher Nachteil dieser skandinavischen Nächte ohne Dunkelheit – hat gegen vier Uhr eine Möve beschlossen, die versammelten Autos und die darum versammeltem Gegenstände genauer zu inspizieren. Wir haben die Mülltüte gerettet, bevor ein Unglück passiert. Laut war’s trotzdem.

Apropos laut: die 4-6 Flieger, die jeden Tag den kleinen Flughafen der Insel anfliegen, ziehen auch alle in einem Bogen über den Platz. So recht will kein “draußen in der Natur” Feeling aufkommen. Dies sei angemerkt, falls sich doch einmal ein Besucher zwecks eigener Reisevorbereitung auf diese Seiten verirrt.

Zurück zum Tag. Nachdem wir in 2008 erfolglos mit dem Bus versucht hatten, ganz in den Nord-Osten zu kommen, holten wir den Besuch zumindest von Eysturoy heute nach. Mit unserer netten Bratwurst-Bekanntschaft (der Toyota) verabredeten wir uns gegen 21:00 in Eidi am Nordende der Insel. Lt. allen Karten und einer Empfehlung von Bekannten gab es dort einen schönen Campingplatz. Die meiste Zeit verläuft die Fahrt dorthin entlang des Sundini und gibt immer wieder tolle Perspektiven auf die Bergwelt der Inseln frei. Eidi selbst kauert sich als kleines Nest an die Nord-Ost Spitze von Eysturoy. Die Häuser sind an den recht steilen Hang gebaut und wir freuen uns schon auf die Aussichten vom Campingplatz aus. Leider sind sowohl das Hotel wie auch der angrenzende Campingplatz nicht mehr in Benutzung. Das Hotel ist stark heruntergekommen und verrammelt, der Schotterplatz daneben hat keinerlei Sanitäre Anlagen mehr und ist nur noch eine Brache am Berghang. Da in unmittelbarer Nachbarschaft scheinbar vor Kurzem eine Neubausiedlung entstanden ist, kommt wildes Campen hier für uns weder in Frage noch wäre es attraktiv.

War da nicht was? Genau – das wird jetzt eher Glücksache mit unserer Verabredung. Natürlich haben wir keine Handynummern ausgetauscht und da es gerade einmal Mittag ist, ziehen wir weiter. Denke mal, wir treffen uns an der Fähre wieder.

Der landschaftlich schönste Teil wartet jetzt auf uns. Von Eidi aus geht es über die Berge nach Gjogv. Die Strasse windet sich von Meeresniveau auf rd. 400m Höhe und von hier haben wir eine fantastische Aussicht über die Inselwelt und auf’s Meer hinaus. Gjogv selbst ist bei unserer Ankunft gerade geflutet worden mit einer Buslandung älterer Besucher, die überall durch die engen Gassen ziehen. Ein sehr ungewöhnliches Bild auf den Färöern und nach einer guten halben Stunde ist der Spuk auch vorbei. Bus weg, Rentner weg, zurück zum normalen Betrieb.

Auch in Gjogv soll lt. Karte ein Campingplatz sein. Ich erinnere mich dumpf an Anzeigen dazu in einem Touri-Heftchen. Wir finden das Hotel und die Plätze, die wohl ehemals zum campen gedacht waren. Seit 4 Jahren, so erklärt uns die nette Dame an der Rezeption, gibt es hier nur noch hübsch aussehende Hütten zu mieten, aber keine Campingplätze mehr. Ein weiteres durchgestrichenes Symbol auf der Karte. Korrigierte Neuauflage dringend empfohlen.

Wir vertrödeln gute 2 Stunden in Gjogv und lassen die Szenerie auf uns wirken. Der Ort wirkt mal wieder wie aus einer Modellandschaft, so bunt und idyllisch passt er sich in das Talende ein.

Zum nächsten Übernachtungsplatz sind es noch ein paar Kilometer und so machen wir uns am frühen Abend auf den Weg an die Südspitze der Insel. Hier soll laut meinen Informationen ein noch nicht ganz fertiger Campingplatz liegen; nach Auskunft der Dame an der Rezeption des Hotels in Gjogv sind mittlerweile sanitäre Anlagen vorhanden. Das reicht uns und so stehen wir jetzt hier. Auf einem 6 Stellplätze grossen Stück Wiese mit Blick auf’s Meer, Stromanschluss, 1 Toilette und einem kleinen Haus mit einer Waschmöglichkeit inkl. warmem Wasser. Keine Duschen oder sonstige Annehmlichkeiten aber dafür WLAN. Kostenlos, schnell und im Auto zu empfangen! Um das Ganze noch netter zu machen sind wir die einzigen und haben damit 100% Ruhe in unserer letzten Nacht auf den Färöern. Toll!

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4 Responses to Erkundung II

  1. Felix says:

    Hallo C + M
    Einfach tolle Bilder-bitte mehr davon.
    Weiterhin schöne Tage und ich drücke die Daumen
    dass das Wetter so bleibt.
    Liebe Grüsse
    de Vadder

  2. Florian says:

    Tolle Fotos und ein schön umgebauter Defender. Wenn es euch nichts ausmacht, zeigt doch auch mal ein Paar Bilder vom Inneren.

    • y.de-admin says:

      Hallo Florian,
      ich kann Dir gerne ein paar Bilder von innen zukommen lassen. Allerdings mach’ ich die lieber, wenn das Reisechaos gelichtet ist 🙂

  3. Anja says:

    Hallo C & M,
    bei diesen Fotos träumt man sich einfach nur vom Schreibtisch und aus dem verregneten Deutschland weg!!!
    Hoffe Ihr seid unterdessen gut nach Island übergesetzt. Meine Freundin ist bereits zurück und hat mir gestern von Ihrer Tour und der wilden Romantik vor allem des Ostens und Nordens vorgeschwärmt. Hoffe, Euch ist das Wetter ebenfalls hold!
    Weiterhin viel Spass,
    Anja

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