Es ist Mittwochmorgen und wir haben heute keine weite Strecke zu fahren – da bietet sich ein Ausflug an.
Nach einer absolut ruhigen Nacht auf der Camp-Baustelle packen wir am Morgen rasch zusammen und sitzen bald im Auto. Vorglühen, Schlüssel kurz drehen, nix. Verdammt, der Wagen startet nicht mehr so einfach wie sonst. Nächster Versuch mit gespitzten Ohren: ja, irgendwas säuselt und heult da, also aussteigen und gucken. Unsere Dieselpumpe hat hörbar Probleme, den Kraftstoff wie vorgesehen gen Motor zu pumpen und Druck aufzubauen. Das ist einer dieser “hätten wir mal” Momente. Hätten wir nur in den letzten Jahren mal eine Revisionsklappe in den Boden hinten geschnitten. So bleibt uns Daumen drücken und weiter probieren. Nach einigen weiteren Versuchen mit hartnäckigem ackern lassen des Anlassers springt der Wagen an. Notiz an mich selbst: Revisionsklappe einbauen, Dieselpumpe reinigen, Dieselfilter wechseln. In den kommenden anderthalb Wochen bekamen wir Übung darin, den Wagen auch so zu starten – gut wurde es allerdings nicht wieder von selbst.
Das Stichwort war eigentlich Ausflug. Wagen läuft und es geht als erstes nach Särna zum Tanken und Einkaufen. Kleine Schotterwege bringen uns bis kurz vor’s Ziel, die letzten km geht’s schneller auf der 311 voran. Ein Blick in den Rückspiegel löst eine urlaubsbedingt langsame Gedankenkette aus. “Ein Defender im Rückspiegel, das sind sicher wir. Moment, uns würde ich nicht von vorne sehen. Und der hat ein Dachzelt, wir dagegen ein Klappdach….”. Unbemerkt hat sich uns als ein zweiter Land Rover angeschlossen, bei genauerem Hinsehen aus Kleve. In Särna biegen wir beide zum Tanken ab und begrüßen uns. Dominique und Bauke sind mit ihrem 130er Pickup ebenfalls auf Rundtour im Norden, der Fulufjället Nationalpark mit kleinem Tagesausflug und Wasserfall steht ebenso auf ihrem Programm. Gemeinsam fahren wir nach Mörkret und machen uns auf den Weg.
Die Sehenswürdigkeit des Parks ist der mit 93m höchste Wasserfall Schwedens, der sich am Ende einer Schlucht in die Tiefe stürzt. Der Weg dorthin geht durch abwechlungsreiche Moor- und Waldlandschaft. Hannes verschläft einen guten Teil des Wegs, Henrik läuft tapfer mit und Dominique hat bei unserer Geschwindigkeit ausreichend Zeit für Fotos.
Am späten Nachmittag sind wir zurück in Särna. Unsere Begleiter von tagsüber sind weiter gezogen und wir warten nun auf Marion und Benni, die mit ihren beiden Jungs den Urlaub verspätet beginnen und ab Morgen mit uns gen Norden fahren werden.


