Nach einer Nacht in kompletter Stille werden wir heute Morgen von neugierigen Vögeln geweckt, die wohl mal schauen wollen, was für ein Ding in ihrem Revier gelandet ist. Wir geben uns alle Mühe, sie so kurz wie möglich zu stören und sind nach raschem Frühstück gegen neun wieder auf dem Weg. Gute 12km erwarten uns, bevor wir zumindest wieder auf eine F stoßen (F578).
Die ersten Kilometer gehen so weiter, wie sie gestern aufgehört haben. Die ganz großen Brocken basteln wir durch Steine aufschichten zu Rampen um, Christiane wandert immer mal wieder neben dem Auto her. Je näher wir an die Arnarvatn kommen, desto mehr weichen die Steine lehmigem, festem Untergrund. Es hat hier seit einigen Tagen nicht geregnet, daher ist das Fortkommen einfach. Die teilweise tiefen Reifenspuren erzählen eine andere Geschichte aus Regenzeiten. Das Arnavatn Gebiet scheint ein beliebtes Angelrevier der Isländer zu sein, denn kurz vor der F578 mehren sich kleine Hütten an den Gewässern, zudem wird der Track immer besser. Wir passieren ein Gatter und treffen kurz darauf auf 2 Fahrradfahrer. Die beiden Isländer mittleren Alters sind auf Tagesausflug und staunen nicht schlecht, dass wir ihnen aus östlicher Richtung kommend begegnen. Der Track sei doch furchtbar, oder? Stimmt. Wir sind bei einem Gruppenbild behilflich und schon trennen sich unsere Wege wieder.
Die isländische Straßenbehörde hat auf der F578 ganze Arbeit geleistet und wir genießen unser Fortkommen mit Geschwindigkeiten jenseits der 20 km/h. An einer Stelle kreuzt der Track ein Rollfeld, später folgt eine recht breite und tiefe Furt, die aber zu dieser Jahreszeit und morgens um zehn kein Problem darstellt.
Bei Surthellir hat der Lavastrom vor rd. 1.000 Jahren große Höhlen hinterlassen, in denen früher Gesetzlose gehaust haben. Auf dem beschilderten Parkplatz zu der Sehenswürdigkeit parken PKW. Willkommen zurück in der “normalen” Welt. Wir werfen einen kurzen Blick auf die Höhlen, finden auch hier deutliche Anzeichen einer Professionalisierung der Sehenswürdigkeiten (halbfertige Infotafeln, eingezäunte Wege) und fahren weiter bis Borgarnes. Auf der äußersten Spitze des Hafens gibt es im Sonnenschein ein kaltes Mittagessen und da uns das Wetter weiterhin verwöhnt, beschließen wir einen Ausflug auf die Halbinsel Snaefellsnes zu unternehmen.
Mit perfekter Sicht auf den wolkenfreien Snaefell stehen wir nun mit den Vorderrädern im Sand auf dem Campingplatz in Langaholt und bereiten uns auf’s Abendessen vor. Der Platz beherbergt an der Strasse noch ein Hotel und ein sehr gemütlch aussehendes Fischrestaurant. Handgeschriebene Karte, nur 2 Hauptspeisen – wir lassen uns überraschen.
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