Ende


Letzte Tage sind nie unsere Stärke. Das genaue Timing, weder zu spät noch zu früh am Endpunkt einer Reise anzukommen, geht uns irgendwie ab. Diesmal haben wir zudem noch etwas spezielle Umstände. Unser Auto bleibt hier und wir fliegen nach Hause. Wir müssen daher Freitag Abend in Reykjavik auf dem Campingplatz sein, um dann am Samstag das Auto zu übergeben und am Sonntag den Flieger nach Hause zu nehmen. Mal sehen, wie gut das alles klappt.

Zuerst einmal aber steht ein letztes Frühstück zu Zweit an. Wir stehen noch immer auf dem Campingplatz auf der Snaefellsness Halbinsel und das Wetter meint es gut mit uns. Christiane baut heute Morgen ein filmreifes Frühstückssetup auf. Tisch in den Dünen, 2 Stühle dran, sämtliche Utensilien auf den Tisch und die Ausrichtung so, dass die Sonne keinen blendet und beide perfekte Sicht auf den wolkenfreien Snaefell haben. Im Zuge der Resteverwertung gibt es Rührei mit Speck und anschließend diverse Brotsorten mit möglichst viel Belag. Nächster – und einziger – Tagesordnungspunkt für heute ist “in die Hauptstadt kommen”. Bei schönstem Wetter fahren wir die rd. 130km Richtung Süden und werfen letzte Blicke auf die Berge an der Küste.

Auf dem Campingplatz angekommen ist es noch recht leer. Der Hinweis der Rezeption, es würde “crowded” werden, lässt uns schon nichts Gutes ahnen und tatsächlich wird der Platz seinem Ruf als perfektes Durchgangslager aller An- und Abreisenden dann am Abend auch gerecht. Dicht an dicht parken die verschiedensten mobilen Behausungen und auf dem Zeltplatz kreuzen sich mittlerweile die Abspannschnüre der Zelte. Mit ein wenig Verspätung treffen unsere Nachfolger im Auto gegen 03:30h auf dem Platz ein. Endlich ab ins Bett, war ein langer Tag.

Samstag morgen wecken mich nach knapp 4 Stunden Schlaf unsere Nachbarn. Die Zeltreisenden aus dem norwestlich gelegenen Nachbarland rangieren hinsichtlich Lautstärke nur kurz hinter dem Schaf, das letzten Sommer direkt neben unserem Auto geblökt hat. Erkenntnis: dieser Platz ist in der Hauptsaison eine Zumutung und entgegen der Planung bleiben wir hier keine zweite Nacht! Wo gibt’s denn auf der Karte noch so ein kleines Zelt-Symbol in der Nähe? Als Testfahrt für unsere Nachfolger hatte ich den Ausflug zum Kleifarvatn geplant und rechts daneben, in Grindavik, gibt’s tatsächlich das kleine Dreieck!

Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg. Relevante Zwischeninfo für Reiseplaner: der Platz ist 2011 nagelneu und super in Schuß! Ziemlich günstig (1800 ISK für 2), tolle kostenlose Duschen, Küche & Aufenthaltsraum vom Feinsten, Blick auf den kleinen Hafen. Wir stellen das Zelt auf und machen uns auf die kleine Runde 427, 428, 42 gen Süden und zurück. Da es sich sämtlich um Schotterpisten handelt, aber keine ein “F” im Namen trägt, dürfen hier alle Mietwagenklassen fahren. Wir begegnen auf der leicht holprigen Piste einigen Polos & Co im Kriechtempo; Hochlanderlebnis light, schätzen wir.

Für den kurzen Ausflug hat die Strecke einiges zu bieten. Die 428 führt durch raue Lavalandschaft und lange Bruchkanten. An der 42 liegt der Kleifarvatn, der an seinem südlichen Ende einen warmen Zufluß hat. Wir stapfen barfuß durch das warme Wasser. Tipp für Nachahmer: die kleinen Blubberstellen mit großem Respekt behandeln. Der Wasserdampf dort schmerzt arg an nackten Füßen! Das Geothermalgebiet Krysuvik ist hübsch und für unsere beiden Neuankömmlinge ist die Runde eine gute Einführung in die Schönheit der isländischen Landschaft. Am Abend noch schnell zum Sonnenuntergang nach Reykjanes (Leuchtturm und super Blick nach Westen), danach fallen wir ins Bett und schlafen sofort ein. Sonntag tauschen wir die Auto-Packfächer gegen die mitgebrachten Taschen und ab geht’s zum Flughafen.

3 Wochen Urlaub sind vorbei und in der Summe hat uns die Insel mit tollem Wetter verwöhnt. Die Highlights diesmal sind wohl: der Abend an den Steinhaufen im nord-westlichen Hochland, der Strand & das Flugzeugwrack im Süden und der warme Wasserfall in Laugarvellir.

Kommen wir wieder? Nach zwei Besuchen und der fortschreitenden Kommerzialisierung bin ich mir da nicht sicher. Wir werden die Entwicklungen mal aus der Ferne beobachten und sehen, ob das Island-Fieber in ein paar Jahren zurückkommt.

Nachtrag: warum bloß geben sich praktisch alle Angestellten des Flughafens die größte Mühe, dass der letzte Eindruck des Landes ein negativer ist? Check-In, Security, Kaffeladen, Infoschalter: trotz freundlichster Ansprache unsererseits nicht ein einziges Lächeln, von netten Worten ganz zu schweigen. Unnötig.

Weg nach Reykjavik:
110812

Rundtour auf der Halbinsel:
110813

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2 Responses to Ende

  1. Birgit says:

    Hallo Ihr zwei,
    wir hoffen ihr seit gut daheim angekommen b.z.w. ihr kommt gleich gut daheim an.
    Wir haben unsere letzte Nacht am Fusse des Leutturms Reykjanesta verbracht. Es war SEHR schön. Leider wurden zum Sonnenuntergang eine Gruppe möchtegern Profifotografen dort hingekarrt aber die verschwanden auch wieder als die Sonne fort war. So konntne wir zu zweit die Stille und das Meerrauschen geniessen……
    Es war eine schöne Zeit mit euch. Bis bald!!!!!! Liebe Grüsse Birgit und Tim

  2. Stefan says:

    Heute erste den letzten Tag gelesen 😉

    … na klar kommt ihr wieder 😉 – ich hab wieder soviele Ecken entdeckt, wo die meisten so einfach nicht hinkommen. Wir müssen nur das nächste Mal wieder zusammen fahren 😉 .

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