Heute war’s dann endlich so weit. Um 07:30 islädischer Zeit sollte das Schiff anlegen und zwei Stunden vorher werden wir von der Borddurchsage geweckt. Kabinen sind binnen einer Stunde freizumachen, das Schiff ist pünktlich. Während am Morgen über dem Meer noch dichter Nebel wabert, zeigt sich die Küste Islands bei der Anfahrt von ihrer schöneren Seite. Der Himmel ist blau mit wenigen Fotografierwölckchen und an Deck drängeln sich die Fotografen. Nach dem Anlegen ist der Zoll genädig mit uns, wir dürfen seitlich an den berüchtigten Garagen vorbeifahren. Auf diese Erfahrung verzichten wir gerne. Von Seydisfjordur geht es direkt nach Egilstadir zum Einkaufen. Leider sind wir schlicht zu früh dran; die Geschäfte öffnen hier frühestens um 09:00h, der “Bonus” auch erst um 10:00. Beim Kaffe beobachten wir das Eintreffen der restlichen Autos, die erst am Dienstag auf die Fähre gegangen waren und uns daher völlig neu sind. Endlich ein paar weitere Defender. Unser Dicker fühlte sich schon leicht einsam. Das Chaos in dem erst geöffneten Supermarkt hinter uns lassend machen wir uns bald auf den Weg Richtung Karahnjukar Staudamm. Das umstrittende Projekt ist seit 2009 fertiggestellt und einen Blick möchte ich schon gerne darauf werfen. Schon von Weitem wundern wir uns über eine grau-bräunliche Wolke am Horizont, die beständig über einer größeren Fläche zu schweben scheint. Von Nahem sehen wir den Grund: der Stausee ist höchstens halb voll und der stetige, starke Wind hat leichtes Spiel mit dem abgelagerten Gletscherwasser-Sediment, das hier über Kilometer hoch in die Luft getragen wird und die Sicht deutlich beeinträchtigt. Ob die Planer daran gedacht hatten, als sie den Damm bauten? Als Resultat sind nämlich nun nicht nur die oberen Teile des Jökulsaa nicht mehr sichtbar, die eigentlich wunderschöne enge Karahnjukar Schlucht versinkt in bräunlichem Staubnebel. Nach dem Damm wechselt die Straße endgültig von Asphalt auf Schotter und wir ruckeln unserem ersten Nachtlager entgegen: dem warmem Wasserfall von Laugarvellir. Die Attraktion des Platzes entsteht völlig unvermittelt aus einem kleinen Bachlauf, der ca. 200m vor seinem Ende plötzlich heiß wird. Wir haben die Stelle im Bachbett gesucht, an der die Temperatur plötzlich von eiskalt auf heiß wechselt und können sagen, man muss schon genau hinschauen, um den Wechsel und die kleinen Blubberblasen am Grund zu sehen. Vorher vielleicht 8° Wassertemperatur, 10m weiter gute 40°. Mit letzterer Temperatur fällt der Bach dann über einen kleinen Überhang in einen größeren, was eine natürliche warme Dusche ergibt. Aufgrund des starken Windes verschieben wir den Duschgang auf morgen und schauen uns lieber die nähere Umgebung an, während alles langsam aber sicher von einem Staubfilm überzogen wird. Noch mehr Punkte auf den Bildern der Kameras und mal sehen, wie das Laptop Vulkanstaub auf Dauer so findet…
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Tja, als ihr die Fähre verlassen habt, sind wir draufgefahren und fünf Wochen Urlaub waren einfach zu schnell vorbei.
Ich wünsche euch noch viel Sonnenschein (war dieses Jahr auch bei uns nicht gar so dolle damit) und wunderschöne Erlebnisse.
Marled