Laugafell


Fauler Start in den Tag. Geschlafen bis neun und gemütlich gefrühstückt; Abfahrt erst um halb zwölf. Statt direkt den Einstieg ins Hochland über die Sprengisandur (F26) zu nehmen, wollen wir uns das Tal weiter westlich anschauen und die 821 in Richtung Laugafell fahren. Die Planung hat den Vorteil, dass wir in Akureyri noch einmal kurz einen Supermarkt-Abtecher machen können.

Die Ringstrasse zieht von Myvatn kommend in großen Schwüngen durch die Landschaft und hier ist das Wetter noch so schön, dass wir die vorbeiziehenden Wiesen und Bäche geniessen können. Kurz vor Akureyri sparen wir uns den Bogen nach Norden und wählen den Abzweig zur 833, um dann kurz vor einem Gehöft nach rechts auf den Track über den Berg einzubiegen. In Sepentinen schrauben wir uns nach oben und haben einen tollen Ausblick auf die Täler um uns herum. Der Track entlässt uns auf der anderen Seite des Hügels auf die 828, die bis hinunter in die Ausläufer der Stadt führt. Trotz Feiertag finden wir einen offenen Supermarkt und machen uns dann auch den Weg in Richtung Hochland.

Das Tal der 821 wird stetig enger und die Hänge leuchten von dem typischen Moos entlang der Rinnsale, die alle paar Meter von den Bergen hinab strömen. Der Track kreuzt den ein oder anderen Bach, ist aber insgesamt problemlos zu fahren. Am Ende des Tals geht es steil hinauf und urplötzlich fehlt jegliche Vegetation. Die Vegetationsgrenze ist ein deutlicher Strich am Talrand und uns empfänt steinerne Ödnis und die Weite des Hochlands. Auf den ersten Kilometern haben wir noch hier und da ein wenig Sonne, aber schon bald trübt sich das Wetter ein und Laugafell bergüßt uns mit starkem Wind und Regenschauern.

Berühmt ist der kleine Campingplatz für seinen knapp 40°C warmen Hotpot, von dem aus der Blick über die Landschaft auf mehrere Gletscherzungen gehen kann. “Kann”, weil wir diesmal leider nur bis zum nächsten Hügelkamm sehen und aufgrund des Niederschlags der letzten Tage und des starken Windes das Wasser zwar warm ist, aber nicht so warm, dass wir Stunden darin verbringen wollen. Am Abend füllt sich der Platz noch und wir stehen jetzt mit 8 Autos auf dem Parkplatz. Netterweise haben unsere isländischen Nachbarn den großen Campingplatzgrill angeheizt, sodass wir nur noch ein wenig Kohle nachlegen müssen, um unser Grillgut in ein leckeres Abendessen zu verwandeln.

Neben uns hat übrigens ein Neusser Landy geparkt; die erste echte Begegnung mit einem anderen blacklandy-Forum Benutzer.

Unser Weg morgen soll nach Süden gehen, allerdings sind die Berichte der Neusser nicht allzu ermutigend. Regen und Sturmböen sind deren Erfahrungen der ersten Tage auf der Insel. Da haben wir es mit unserer Nord/Mitte Tour wohl deutlich besser getroffen.

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