Seen sehen


Wir müssen mal über’s Wetter reden. Die meiste Zeit verschweige ich die genauen Wetterverhältnisse hier, aber so langsam dämmert uns, dass wir es bei diesem Urlaub nicht ganz so toll treffen. Wir hatten bei der Runde um die Askia Regen, am Myvatn Regenschauer und in Laugafell auch Regen, zumindest zeitweise. Es ist Zeit, unsere Informationslage ein bisschen zu verbessern und wenigsten zu wissen, was uns erwartet, denn heute Morgen prasseln die Regentropfen auch schon wieder an die Wand der Dachkonstruktion.

Der Ausblick ist gemischt. Eigentlich soll sich heute die Sonne zeigen, aber bis Freitag wird das Wetter landesweit furchtbar. Am Wochenende soll es dann mal wieder heiterer werden. Jetzt sind wir zwar schlauer, aber die Auswahl ist nicht leichter geworden; wir werden mit den 5-7°C samt Regen und Wind noch ein bisschen leben müssen.

Nachdem wir gestern den Weg in die Sackgasse der Seenlandschaft von Veldivötn gefahren sind, wollen wir uns heute hier ausgiebig umschauen. Ganz offensichtlich ist die Ecke ein Angel-Paradies der Einheimischen und schon heute Vormittag stehen an allen erdenklichen Stellen Isländer bis zum Bauch im Wasser und schwingen elegant die Rute. Die Seen sind eingebettet in Hügel aus schwarzem Lavasand, die von dem typischen, neongrün leuchtendem Moos überzogen sind. Trotz der Bewölkung strahlen die farbigen Hänge uns an und die Landschaft sieht aus wie künstlich angelegt, so rund und glatt ist alles.

Einige Kurven weiter ändert sich dieser Eindruck, denn urplötzlich ragen schroffe Schlote aus dem Sand, die verkrusteten Kraterränder in den Himmel gereckt. Wir stellen den Wagen ab und sehen uns einen der Krater aus der Nähe an. Die erstaunlich bröseligen Flanken bestehen aus luftigem Gestein, dem man den ehemals flüssigen Zustand noch genau ansieht. Die Kräfte, die die uns umgebende Landschaft geformt haben, müssen enorm gewesen sein. Von den noch folgenden Hügeln überblicken wir das gesamte Areal. Die Seen sind die Überreste einer langgezogenen Kraterspalte, die heute als grüne Oase in der schwarzen Sandwüste liegt. Diese Ecke Islands fristet völlig zu Unrecht ein Nischendasein neben den bekannten Ecken! Für eine Besichtigung mit 4 Rädern + kleinen Ausflügen sollte man mindestens einen Tag einplanen, wer sich die meisten Ecken erlaufen will sicher noch mehr.

Am Abend verlassen wir die Verdivötn und schlagen unser Nachtlager in einer anderen, auch recht erstaunlichen Landschaft auf. Dazu aber morgen mehr.

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