Eine kalte Nacht mit viel Regen und Wind. Am Morgen zeigt das Thermometer 7° und Henrik freut sich über ein kuscheliges Nest aus Mamas Schlafsack, während wir unsere Sachen packen. Ziel für heute ist die Camargue, aber vorher wollen wir noch einen Blick in die Schlucht von Caranca werfen.
Bei der Schlucht angekommen packen wir den Kurzen ins Tragetuch und schauen uns um. Es gibt mehrere Alternativen für Rundwege, wir entscheiden uns für den Weg am Bach entlang. Der kleine Pfad verläuft unter überhängenden Feldwänden und folgt dem Bachlauf leicht bergan. Nach einer Weile verlässt der Weg den Bach und steigt steil in die Höhe. Wir kraxeln noch knapp eine Stunde weiter, ohne dass wir wieder ins Tal kommen. Nach kurzer Überlegung lassen wir es gut sein und treten den Rückweg an. Der vollständige kleine Rundweg ist normalerweise eine Tour von 4-5 Stunden; für uns mit Baby im Tragetuch wäre es sicher eine ganze Ecke mehr; da kömen wir nicht mehr an unser heutiges Ziel und ob es für den Kurzen so toll wäre ist auch die Frage.
Die verbleibenen Kilometer sind schnell geschafft, am Ende brauchen wir dann zwei Anläufe, um an den Strand zu kommen. Die Anfahrt zum Strandtor bei N 43°24’30.27″ E 4°35’55.92″ erfolgt über den östlichen Weg dorthin. Der westliche Anfahrt ist wenige Kilometer vor dem Ziel mit einem Tor gesperrt und mit Kette gesichert. Die Durchfahrt selbst ist mit massiven Steinen so gebaut, dass max. Wagen von der Breite eines VW-Bus oder eben Defender durchpassen.
Auf dem kilometerlangen Strand stehen noch ein paar Nachbarn, aber Entfernungen <200m Abstand würden wohl als aufdringlich gewertet. Wir suchen uns einen schönen Platz und schlagen unser Lager auf. Eine kurze Unterbrechung ist die "Rettung" eines kleinen roten Punto, der sich nahe des Wassers mit den Vorderrädern bis zum Bodenblech eingegraben hat. Bergegurt ans Heck und wir ziehen den Kleinen zur Freude seines Besitzers sicher auf die Strandstrasse zurück. Wie sich herausstellt, ist er selbst Landy-Besitzer - hatte den Punto aber für den Weg an den Strand dem Dicken vorgezogen. Selbst Schuld :) Entgegen unserer Hoffnung wird der Wind nicht weniger nach Sonnenuntergang. Es bläst gewaltig und Christiane entschiedet sich für eine Nacht im Erdgeschoss; viel Platz für mich auf dem Bett im Dach. s_120919


