Schluss mit Bergen


So langsam machen wir uns auf den Weg zurück nach Frankreich. Wir brauchen knapp 2 Stunden, um vom Berg wieder ins Tal zu kommen. Es geht nach Alins, dann Andorra und anschließend noch ein gutes Stück auf franz. Seite nach Osten.

Der Weg von Alins nach Andorra wird häufig als “versteckter Schmugglerpfad” beschrieben. Offen gestanden ist der Charme zumindest aktuell ziemlich dahin. Kurz hinter Alins stehen sogar Schilder, die nach Andorra zeigen und der Weg ist nur deshalb eher etwas für Allradler, weil es bei einer Breite von gut anderthalb Landstrassenspuren aus Schlaglöchern und kleinen Abwasserdämmen besteht. Es rüttelt rd. 15km das Tal hoch, allerdings ohne jegliche fahrerische Herausforderung. Entlohnt werden wir mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Bergketten und zu Beginn die Fahrt durch die enge Schlucht.

Sobald die Grenze nach Andorra überquert ist, führt eine mehrspurige, komplett geteerte Strasse ins Tal. Der Sinn dieses Aufwandes blieb uns unklar, vielleicht ergibt eine solch aufwendig gebaute Sackgasse auf über 2.000m im Winter Sinn. Andorra Stadt und der Weg nach Frankreich nerven das Auto und die Insassen. Ausser billigem Diesel (1,21 statt 1,37 in F) gibt es nichts zu berichten; Skidörfer samt -liften im Sommerschlaf und eine Landstrasse, die sich schier endlos mit 60km/h gen Grenze bergauf windet in einem Winkel, den der Landy nicht ausstehen kann.

Frankreich empfängt uns kurz mit Sonnenschein, dann tauchen wir ein in tiefe, graue Wolken. Auf dieser Seite der Berge ist der Herbst leider schon voll angekommen. Zum Abendessen regnet es und für morgen sind Temperaturen von 7-11° tagüber angesagt. Wenn das stimmt, werden wir unsere Pläne ändern und in die Camarque abhauen. Nass & kalt scheint uns das falsche Wetter für unseren 4 Monate alten Mitreisenden zu sein.

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