In die Höhe


Das Essen gestern war prima! Wer einmal auf dem Platz vorbeikommt, sollte einen Abend einfach dort bleiben, lohnt sich. Für den heutigen Tag steht wieder eine “erschnüfelte” Strecke an. Es ist schon beeindruckend, welche Möglichkeiten Satellitenbilder + Topokarten von zu Hause aus bieten. Theorie: von Espui aus geht es über das Bergmassiv in das nächstgelegene Tal weiter östlich. Zudem ist irgendwo in der Mitte ein toller Ausgangspunkt für eine Wanderung und eine Übernachtung in frischer Höhenluft und ohne Lärm.

Am Einstieg zu den ersten Serpentinen angekommen zweifeln wir leicht. Der Weg ist auch ein Wanderweg und wir möchten niemanden stören. Während wir rätseln, hält kurz ein weisser Renault Megane neben uns. Ein Pärchen um die 60 beratschlagt kurz und fährt los – den Berg hinauf. Was die können,… Wir erfahren ein paar Kurven später von den beiden, dass dies eine schlechte, aber durchaus offizielle Strasse ist und wir uns keine Sorgen machen sollen. Wir verlieren beim Aufstieg Zeit wegen Fotostopps, der Renault wegen mangelnder Bodenfreiheit und so kommen wir gemeinsam oben auf rd. 2.100m an.

Wir verabschieden uns und stehen kurze Zeit später an dem Platz, den ich auf dem Sat-Foto für eine Hütte mit Vorplatz gehalten habe. Es ist ein offizieller Parkplatz und eine ziemlich große, mit Dach geschützte Infotafel. Ab hier beginnt der Nationalpark, weiter bergauf geht es nur noch zu Fuß. Wir packen Henrik in sein Tragetuch und machen uns auf den Weg. Der Pfad führt über grüne Wiesen immer weiter aufwärts. Auf den Almen stehen Kühe, Ziegen, Pferde und Schafe gemischt. Allesamt mit Glocken um den Hals und klar als Zuchtvieh. Hier kommen also die Pferde für die Salami her, denken wir uns. Jedenfalls ist die spanische Einstellung zu Pferden offensichtlich eine andere als bei uns.

Die Nacht wird herrlich ruhig und frisch, leider nicht ohne eine Schrecksekunde am Abend. Für ein paar Nachtaufnahmen stehe ich allein ein paar Meter vom Auto weg in nahezu völliger Dunkelheit am Stativ. Eher zufällig nehme ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr, schaue näher hin und sehe einen länglichen Körper rel. knapp vor mir. Nach Aufleuchten der Taschenlampe stellt sich die Frage, wer sich mehr erschrocken hat: der Fuchs, der wohl mal schnüffeln kommen wollte oder ich, weil ich dem Vieh so knapp entfernt gegenüber stand. Nach hartnäckigem Leuchten mit der Taschenlampe verzog sich der Fuchs dann irgendwann und ich sammelte langsam Stativ und Kamera ein. Schnauze voll für heute und so recht aufklaren wollte es sowieso leider nicht.

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