Heute Morgen sind wir über die kleine Grenzstation im Vermosh-Tal nach Montenegro ausgereist. Ein letztes albanisches Erlebnis ist die Grenzübergang, danach geht es auf die lange Heimreise. Vor uns liegen rd. 1.800km Landstraße und Autobahn. Mal sehen, wie das mit einem 14-Monate Alten wird.
Das letzte albanische Erlebnis ist die Grenze und der Weg dorthin. Aus völlig unerfindlichen Gründen liegt im Vermosh-Tal ein Asphaltband. Dies geht jedoch weder am einen Ende bis zum Talabschluss, noch am anderen bis zur Grenze. Natürlich gibt es auch auf keiner Seite einen Asphaltanschluss. Die paar km Straße liegen einsam in der letzten Ecke Albaniens – das wird vielleicht einmal anders, aktuell wirkt es sinnlos.
Die Grenzstation ist sehr ordentlich und wirkt neu. Riesige Solarpanel an der Seite sollen wohl den Strom sichern und wenn das nicht reicht, steht in einem ordentlich angelegten Gitterverschlag noch ein sehr neu wirkendes Dieselaggregat samt Kanistern. Nach all’ den Tagen im Land wirkt die gesamte Station wie eine Idee von außen, nicht wie ein albanischer Alleingang.
Am Grenzübergang wartet vor uns tatsächlich noch eine Gruppe Fußgänger und ein weiteres Auto. Die Grenzer-Stube sieht ähnlich ordentlich aus wie der Rest der Station. 19-Zoll Rack mit unterbrechungsfreier Stromversorgung, modernder Computer-Switch, Server und PCs auf den Tischen. Doch halt, irgendwas fehlt. Richtig, es leuchtet keine einzige LED im Schrank und bei genauem Hinsehen sind auch die PCs nicht an. Der schöne Serverschrank wird vielmehr als Stempelaufbewahrung verwendet, die Grenzübergänge in einer großen Kladde registriert. Fast hätten wir und gewundert, aber nun ist alles in Ordnung.
Die ersten Kilometer in Montenegro sind erschreckend. Uns springen die Unterschiede förmlich an. Die Straße ist mit einem Schlag asphaltiert, die Autos alle im Schnitt bestimmt 10 Jahre jünger. In den ersten Ansiedlungen stehen adrette Häuser und vor allem keine Ruinen direkt daneben. Vorgärten haben Blumen statt Gemüsebeeten. In Summe wird uns hier sehr deutlich, auf welch’ niedrigem Entwicklungsniveau Albanien zur Zeit noch ist.
Wir haben unsere gut 2 Wochen im Land sehr genossen, können Albanien jedem mit einem gesunden Sinn an Neugier das Land nur ans Herz legen und wünschen den Menschen, dass der Aufbau gelingt. Insbesondere auf dem Land haben wir viele Szenen gesehen, die uns nur aus Erzählungen der Eltern und Großeltern noch bekannt sind. Albanien in Bezug auf seine Infrastruktur, technische Ausstattung und Wirtschaftsleistung ins 21. Jahrhundert zu bringen wird sicher ein Kraftakt bleiben.
- Gesamtroute
Unsere Route von Süd nach Nord in der Übersicht:

Tagestrack













































































































