Zum Ohrid See


Endlich angekommen – nach einem für hiesige Verhältnisse langen Fahrtag von knapp 170km sind wir am Abend auf der mazedonischen Seite des Ohrid Sees. Die Hänge der Berge fallen hier steil zum See ab und wo flache Uferstücke vorhanden sind, liegen Campingplätze. Also auf den nächstebesten gefahren und ein Plätzchen gesucht.

Der Platz ist “originell”. Rezeption und alle weiteren Gebäude müssen vor Jahrzehnten gebaut worden sein und verspühen einen nostalgischen Ost-Charme. Die Dauercampingplätze sind sämtlich mit kleiner Zufahrt versehen und es gibt einen Einheits-Wohnwagen in unterschiedlichen Stadien des Zerfalls. Uns gefällt’s und für einen ruhigen Tag am See ist es genau das Richtige.

Wir sind wir hergekommen? Mit einem kleinen Umweg über “alte Steine” in Form eines Mini-Klosters (18. Jh.) und einer Kirche aus dem 16. Jh. Beide Gebäude sind leider in schlechtem Zustand; die Prioritäten der Albaner liegen aktuell verständlicher Weise wohl nicht auf Denkmalschutz.

Weiter auf unserem Weg liegt mit Korce eine der großen Städte des Landes. Wir parken mitten im Zentrum und schauen uns ein wenig in der Stadt um. Zum ersten Mal haben wir, kaum das wir geparkt haben, bettelnde Kinder am Auto. Eigentlich gibt es in Korce einen der ältesten Basare des Landes zu besichtigen, aber wir sind zu spät und sehen nur noch die leeren Plätze an alten Häusern mit einem bunten Fassaden-Stilmix.

Weil es an der Stelle ganz gut hinpasst eine Warnung an die Autofahrer: in Städten neigen die Nebenstraßen leider dazu, offene Gullis mitten auf der Straße zu haben. Die Gullideckel sind entweer abhanden gekommen oder waren nie da; die Vorstellung, was mit Reifen und Achse passiert, wenn wir eines der Löcher erwischen, ist nicht schön.


Tagestrack

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